Bericht 1.4.2005

Es tönt zwar wie 1. April, aber es ist kein Witz: Da hat mich doch tatsächlich Hernán Pachas, Gründer einer Linux User Group in Lima, für einen Vortrag am morgigen FLISOL - Festival Latinoamericano de Instalación de Software Libre an der Uni San Martín eingeladen. Jetzt ist es halt 4h morgens geworden, dafür habe ich die Vida-Präsentation wiedermal aufgemotzt und kann morgen so unser PHP5 Web Application Framework Projekt vorstellen. Noch viel wichtiger als diese Sache ist aber das heutige Treffen mit Hernán gewesen. Er ist ein begeisterter Linux-Förderer und möchte unser Projekt so weit wie's geht unterstützen - unter Umständen sogar den Linux-Kurs leiten! Kann mir aber kaum vorstellen, wie er Zeit hat neben seinem Job an der Uni San Martín, der Leitung der LP1 Zertifizierung in Peru und verschiedensten anderen Linux-Posten...

Für den baldigen Linux-Kurs am Diego Thomson habe ich gestern Renzo Portocarrero, ID-Security kennengelernt. Auch er ist ein sehr kompetenter Linuxer, arbeitet seit Jahren mit Debian und unterrichtete auch schon Red Hat Kurse an einer Techniker-Schule. Auch er interessiert sich für den Unterricht - und weiss auch schon den Preis, den er pro Stunde verlangen wird: 35 Soles, umgerechnet 10 Dollars die Stunde...

Damit wir uns aber nicht nur auf externe Leute verlassen müssen, haben Juan Ochante, der Computer-Verantwortliche am Diego Thomson, und ich am Mittwoch den ersten der 21 Computer gekauft, welche in den neuen Informatik-Raum gestellt werden. Jetzt konnten wir endlich LinEx auf dem späteren System (Celeron 2.26GHz, 512MB RAM, 40GB HD, CD/DVD Combo, 17" Samsung, alles für blosse 555 USD) ausprobieren und schauen, ob wir doch noch 46 Dollar mehr ausgeben sollten für einen Pentium 4 Prozessor. Da aber meistens eh nur Büro- und Internet-Software gebraucht wird auf diesen Maschinen, sollte ein Celeron schon reichen. Jedenfalls konnten wir schon stolz das OpenOffice.org 2.0 Beta auf Spanisch und viele andere Software installieren und fanden glücklicherweise auch einen Knopf im LinEx, womit die ganzen extremadurischen Namen und Icons wieder gelöscht werden können.

Durch das Programm des morgigen FLISOL-Tages aufmerksam gemacht, entdeckten wir gestern noch eine ganz interessante Sache: Pequelin. Da hatten doch schon tatsächlich andere vor mehreren Jahren die Idee, welche ich als langfristige Vision für die Linu-Arbeiten am Diego Thomson formuliert hatte: Eine spanische Bildungs-Distribution von Debian erstellen. Und genau so heisst es auch auf deren Website. Wir haben das ISO-Image natürlich flux runter-"tröpfeln" lassen und heute endlich installieren können. Nun, wir Hernán schon gewarnt hatte, es ist eine Distribution die primär für Schüler gedacht ist. Das ganze sieht ziemlich verspielt aus und so die ersten paar Minuten waren ziemlich ernüchternd, denn viele Software ist nun doch wieder nicht auf Spanisch installiert. Aber immerhin einen grossen Vorteil hat die ganze Sache gegenüber LinEx: Pequelin ist direkt als Live-CD erstellt und kann somit schnell auf jedem PC vordemonstriert werden.

Nun können wir also gespannt sein, ob wir morgen mit der Lehrer-Ausschreibung, welche ich heute fertig getippt habe, tatsächlich ein paar interessierte Leute für den Kurs finden. Der Plan ist, dass sie den von uns erstellten Lehrplan des Linux-Kurses anpassen und anschliessend am 12. April im neuen und dann hoffentlich fertig installierten Computerraum eine Probelektion halten werden. Aufgrund dem technischen und didaktischen Können sollten wir dann ein relativ gutes Bild der Personen haben um uns für eine entscheiden zu können. Bin ja gespannt, was die verschiedenen Probe-SchülerInnen (Anita macht hoffentlich auch mit ;) zu den Kandidaten meinen werden!

Computereinkauf mit Innereien-Check vor dem Zunähen

Auspacken im Diego Thomson mit Antonio

Ich am grübeln und Antonio am Strom-Stabilisator auspacken (brauchts in Peru wegen Überspannungen)

Auch Wilson ist interessiert wie LinEx installiert wird

Juan Ochante am LinEx installieren